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Pala

20.08. bis 24.08.2016

Teilnehmer: Göthner Jörg, Rieger Horst, Rimgaila Edeltraud

Hofmann Joachim

Schon um 4 Uhr früh ist Abfahrt in Regensburg. Nach 560 km, bei nur einer kurzen Pause in Klausen, wird erst um 12.30 Uhr der Startplatz oberhalb Piereni erreicht. Ziemlich spät angesichts der bevorstehenden Tour. Der Pfad durch den Bergwald führt steil und direkt hinauf in die baumfreie Zone und das Grün weicht allmählich dem Felsgrau. Die schweren Rucksäcke fordern ihren Tribut. Besonders die Edeltraud hat schwer zu kämpfen. Der Weg zum 2503m hohen Cimerlo führt über den Klettersteig Buzatti. Dieser läßt sich bei mittlerer Schwierigkeit gut steigen. Allerdings ist Edeltraud mittlerweile sehr erschöpft und kapituliert an einer senkrechten Steilstufe. Joachim übernimmt Edeltraud`s Rucksack und klettert mit doppelten Gepäck die 30 Meter Felswand hoch. Langsam geht es in einfacheren Gelände weiter. Während Edeltraud an einem Joch pausiert, nehmen Horst, Joachim und Jörg noch den nahe gelegenen Gipfel Cimerlo mit. Nebel schränkt die Sicht ein. Es reißt aber immer wieder auf und der Blick auf die schroffen Palagipfel Sass Moar und Cima de Madonna wird frei. Nun muss in eine seilversicherte Scharte abgestiegen werden. Das ist weiter kein Problem. Aber der nachfolgende Gegenanstieg hinauf zum 2550m hohen Cima de Stanga dann doch. Also übernehmen Jörg und Joachim abwechselnd den Rucksack der erschöpften Edeltraud. Oben angelangt ist die Hütte Velo della Madonna zu sehen. Kurz darauf gegen 19.30 Uhr ist das Berghaus erreicht und der wohlverdiente Hüttenabend kann beginnen.

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Am nächsten Morgen steigt die Gruppe etwa 100 Höhenmeter ab, um nachfolgend mittels der Ferrata del Velo wieder auf gleiche Höhe zu gelangen. Ein Steiglein zu Füßen der schroffen Felswände schlängelt sich überhalb des Ronz Kessel hinüber zur Südflanke des Cima de Ball. Hier besteht die Möglichkeit über die Ferrata Il Porton zur Pradidali Hütte abzusteigen. Die Bergsteiger wollen jedoch hinauf zum Pass „di Stephen“. Viele Edelweiß säumen den Bergpfad. Und die tolle Kulisse lädt zum Schauen und Rasten ein. Es gilt noch ein versichertes Wegstück zu passieren, um dann über eine gestufte Felswand eine Gratrippe zu erreichen. Jetzt können zwei Gipfel bestiegen werden: Cima de Ball und Cima Diva Roda. Jörg und Joachim wählen Ersteren, während Horst den Zweiten ins Visier  nimmt. „Weg“ auf den 2802 m hohen Cima de Ball gibt es keinen. Steinmandl müssen zur Orientierung genügen. Und die Beiden müssen im schwieriger werdenden Gelände höllisch aufpassen, um die Route nicht zu verfehlen. Aufziehender Nebel macht die Sache nicht gerade leichter. Die Schlüsselstelle – eine  8 Meter hohe, senkrechte Felsstufe – ist nicht „ohne“. Aber dann ist der Weg auf den Gipfel frei. Edeltraud kann die zwei Gipfelstürmer vom Pass aus gut sehen und wartet auf deren Rückkehr. Nach deren Ankunft geht sie mit den Beiden auf den 2791m hohen Rodagipfel, während Horst auf die Drei wartet. Erneut bietet sich eine tolle Schau in die grandiose Felslandschaft. Der letzte Wegabschnitt beginnt spektakulär durch eine sehr steile Schlucht. Weiter unten hilft der Klettersteig Gusella - über steile Felsen hinab – den Paso di Ball, 2443m, sicher zu erreichen. Gegen 16.00 Uhr treffen die Wanderer an der Pradidali Hütte ein. Diese ist wegen einer großen Gruppe Kletterer gut belegt. Der Abend geht bei gutem Essen und Trinken (Halbpension) angenehm zu Ende. Am dritten Tag steht nur der Weiterweg zur Rosettahütte am Programm. Nach dem Aufstieg zum Paso di Ball folgt eine lange Querung an den felsigen Flanken des Cima Pradidali und Pala di S.Martino. Später windet sich der Bergpfad recht kommode zwischen den Spitzen von Rosetta und Croda di Roda hinauf zum Paso Val di Roda. Kurz darauf ist die Hütte noch vor Mittag erreicht. Die wunderschöne Tour ist also bei strahlend blauen Himmel schon zeitig beendet. Die Rundschau ist jetzt genau so bombastisch, wie schon den ganzen Vormittag. Das Erdinger Weizen vom Fass bietet eine willkommene Erfrischung. Am Nachmittag werden noch die Gipfel Roda di Roda (Joachim und Edeltraud) sowie La Rosetta (Joachim, Jörg und Horst) bestiegen. Dann ist es Zeit das Hüttenleben zu genießen, bevor die Nachtruhe beginnt.

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Am vierten Tag folgt der absolute Höhepunkt der Tour. Zum einen, weil der Cima Della Vezzana mit 3192m der höchste Gipfel der Palagruppe ist und zum andern wegen der Landschaft, die eine „Schau“ für sich ist. Während Edeltraud auf den La Rosetta wandert, folgen Horst, Jörg und Joachim einem Pfad nördlich der Hütte. Dieser führt hinauf zu einer Geländestufe und umrundet anschließend die Ausläufer des Cima de Pala. Dann schwenkt der Pfad in eine riesige Schlucht, die den Palagipfel vom Vezzanagipfel trennt. Hier sind die meisten Höhenmeter zu absolvieren – aufgelockert durch einen leichten Klettersteig. Auf Karhöhe schwenkt das Trio im scharfen Rechtsschwenk hinauf zu einem Joch. Nun ist es nicht mehr all zu weit und über einen steinigen Rücken wird ein Grat erreicht, in dessen Verlauf das Gipfelglück winkt. Das sich jetzt bietende Panorama ist atemberaubend. Weit über hundert Kilometer Fernsicht und ein Gipfel reiht sich an den Nächsten. Schade, dass man so einen Ort wieder verlassen muß. Und so beginnt der Abstieg mit etwas Wehmut im Herzen. Horst am Herweg, während Jörg und Joachim die Überschreitung über das Biwak Brunner wählen. Über Klettersteige, Fels und Schotter nochmal in die Pala Welt abtauchen, das gönnen sich die Beiden. Der lange Rückweg zur Hütte rentiert sich enorm. Jetzt den Hütten Nachmittag und Abend genießen, bevor diese tolle Tour zu Ende geht.

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Ein langer Abstieg ist am letzten Tag zu absolvieren. Dieser gestaltet sich ungemein abwechslungsreich. Viele gelbe Blumen, so richtige Pionierpflanzen, säumen den Pfad durch die karstige Palahochfläche. Der anschließende Abstieg durch eine lange Schlucht - gesäumt durch kühne Bergspitzen und Zacken – ist nochmal ein „Zuckerl“. Überraschend schnell wird das geparkte Auto erreicht. Hoch zufrieden treten die Bergsteiger die Heimreise an. Pausen in Klausen und am Irschenberg lockern die Fahrt auf. Und alle sind einhellig der Meinung: Solche Bergfahrten darf es ruhig öfter geben.

Berg Heil

Hofmann Joachim