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Ötztal – Zwieselstein

 

10.08. - 13.08.2017

 

 

 

Teilnehmer: Fischer Siegfried, Göthner Jörg, Lech Taczala und

Hofmann Joachim

  

Die Wetterprognose ist nicht gerade berauschend. Trotzdem ist die Wandergruppe am frühen Donnerstag Morgen guten Mutes unterwegs ins Ötztal. Kurz nach dem Fernpass werden die Vier jedoch durch einen Unfall ausgebremst. Die Ausweichstrecke über Lechtal und Hahntennjoch kostet 2 Stunden Zeit. Und am Nachmittag drohen Gewitter. Sigi schlägt vor, von Hochsölden aus den Grieskogel 2911m zu besteigen. Gesagt, getan. 3 Stunden zum Gipfel steht am Wanderschild. Schafft die Gruppe sogar 5 Minuten schneller. Rauf und runter – inklusive 10 Minuten Gipfelaufenthalt. Am Weg zur Talhütte Zwieselstein erfahren wir aus dem Radio: Heute ist Faulenzertag. Etwas zu spät. Lech meint jedoch, das mit dem Faulenzen sollte nachgeholt werden. Zunächst ist Einchecken in der Hütte angesagt und frisch machen zum geselligen Abend. Der nun einsetzende Regen stört nicht mehr. Die Gurgler und Venter Ache, die in Zwieselstein zusammen fließen, sind reißende und tobende Wildflüsse und wirken fast  schon bedrohlich. Am zweiten Tag, nach dem Frühstück ist guter Rat teuer. 020901

Was könnte angesichts des schlechten Wetter gemacht werden? Faulenzen. Und Lech empfiehlt von Vent zur Hängebrücke bei den Rofenhöfen zu gehen. Das dauert hin und zurück maximal 1 Stunde. Kaum am Ziel angekommen, reißt der Himmel zunehmend auf. Der Nebel und die Wolken verziehen sich. Joachim schlägt vor den Cyprian Granbichlerweg zur Hochjoch Hospiz Hütte zu gehen, ändert seine Meinung aber an der Verzweigung zur Vernagthütte, die auf 2755m liegt. Ist das noch Faulenzen Wunderschön zieht der Steig durch die steilen Wiesenhänge nach oben. Und am Vernagtegg ist in der Ferne die schöne Hütte zu erkennen. Eine frische Halbe Bier und eine Suppe dazu hat sich die Gruppe nach  dem schlußendlich doch anstrengenden Zustieg verdient. Wie es halt so geht, soll konträr zum ausgerufenen Faulenzertag auch noch die 3128m hohe Mittlere Guslarspitze bestiegen werden. Nochmal schweißtreibend aufsteigen. Das Wetter wird zunehmend instabil. Wolken und Nebel verdecken immer wieder die Sonne. Kaum am Gipfel angelangt, droht ein Gewitter und es fängt an zu graupeln. Entsprechend kurz ist oben die Verweildauer. Abgestiegen wird jetzt zum Hochjoch Hospiz. Das Graupeln geht kurz oberhalb der Hütte in Regen über. Eingekehrt wird nicht mehr, weil die Gruppe schnellstmöglich ins Quartier möchte. Schade, dass unter diesen Bedingungen die Kameraden wenig Blick für die tolle Landschaft haben. Sie hadern eher wegen der Gegenanstiege, dem böigen Wind, des Regens und der müden Knochen. In Vent werden Lebensmittel und Getränke gekauft und Sigi vergisst seine vor dem Geschäft abgestellten Wanderstöcke. Als er in Zwieselstein den Verlust bemerkt, hilft auch die umgehende Rückfahrt nach Vent nicht. Die Stöcke sind weg. Am Abend wird noch länger diskutiert, wie die„Hängebrückentour“ nach dem Motto Faulenzen so ausarten konnte. 020902

Am dritten Tag – wiederum zwiezaches Wetter – soll es nun wirklich etwas gemütlicher ablaufen. Eine Almwanderung unterhalb des Gaislachkogel ist als Wanderziel vorgesehen. Ein steiler Waldpfad – von der Venter Straße abzweigend – bringt die Wandergruppe hinauf zu den Gaislachalmen. Die Einkehrmöglichkeiten Gaislachalm, Sonneck und Löplealm werden nicht genutzt. Dafür aber die Goldeggalm, die sich auch Bratkartoffelhütte nennt. Die richtige Zeit für ein Mittagessen. Nur wenige Tropfen fallen beim Abstieg nach Sölden vom Himmel. Die schöne Hängebrücke über die Kühtrachtschlucht quert die tief unten rauschende Ötzer Ache. Landschaftlich toll ist auch der Steig entlang der Schlucht nach Zwieselstein. Am Nachmittag bleibt noch Zeit zum Kartenspielen, bevor die Städtedreieckler ihren letzten Abend genießen. 020903

Am Sonntag – Abreisetag – hat Sigi noch ein Schmankerl vorgesehen. Der Wettergott meint es gut. Blauer Himmel ist angesagt. Also am frühen Morgen das Auto in Sölden parken und mit dem Bus hinauf aufs Timmelsjoch fahren. Die tollen Blicke in die grandiose Landschaft bei der Fahrt nach oben, wären für Touristen schon genug des Guten. Für die Städtedreieckwanderer nur der Auftakt. Traumwetter, Sonne pur, aber eiskalt. Die mitgebrachte warme Kleidung wird jetzt gebraucht. Der Trupp startet via Erzherzog Eugenweg, bzw Hochstubaipanoramaweg auf einer Traumroute zum Brunnkogelhaus. Das Venter Tal, das Gurgler Tal, dazwischen der dominierende Nederkogel und am Horizont die Gletscherberge sind permanente Kulisse. Nach Norden und Westen wird die tolle Schau mit weiteren hohen Bergen vervollständigt. Im leichten Auf und Ab plätschert die Route so vor sich hin, bis es am Anstieg zum Wannenkar zur Sache geht. Extrem steil, anstrengend, aber schön. Und die nachfolgenden Gipfel Wilde Rötspitze, Rotkogel und Brunnenkogel sind Genussinseln mit Fernsicht aller bester Güte. Das Brunnkogelhaus auf dem Vorderen Brunnenkogel ist dann das Tüpfelchen auf das i. Nicht nur wegen dem Erdinger Weizen. Es ist ein einmaliger Platz, der in der Bergwelt seinesgleichen sucht. Nach der Rast heißt es Abschied zu nehmen und im Tempoabstieg geht es hinunter nach Sölden. Der eine oder andere Stau ist noch auszuhalten, bis in Ohlstadt eingekehrt wird. Gutes Essen und ausgezeichnetes Ettaler Dunkelbier genießen die Bergsteiger, bevor es nach Hause geht.020904

 

Berg Heil

Hofmann Joachim