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Klettern und Naturschutz

Viele Felsen unserer Mittelgebirge sind Rückzugsgebiete für seltene und geschützte Tier- und Pflanzenarten. Damit solche einzigartigen Naturräume durch den Klettersport keinen Schaden erleiden, sind hier Regelungen zum naturverträglichen Klettern sinnvoll und nötig. Nur dadurch kann gesichert werden, dass diese sensiblen Naturräume langfristig intakt bleiben und sich auch noch zukünftige Generationen daran erfreuen können.

Das Maßnahmenpaket des DAV zum naturverträglichen Klettern beinhaltet beispielsweise die Erarbeitung von Kletterkonzeptionen in Zusammenarbeit mit Behörden und Naturschutzverbänden. Der DAV setzt hierbei auf möglichst differenzierte Lösungen, die kleinräumig regeln, wo Klettern naturverträglich möglich ist und wo die Grenze überschritten wird. Zustiege und gesperrte Felsbereiche werden bundesweit mit den Symbolen Kreuz & Pfeil gekennzeichnet. Bei Brut von geschützten Vogelarten, wie beispielsweise dem Wanderfalken, werden die Felsen oder Teilbereiche zeitlich befristet gesperrt.

 

Kletterkonzeptionen für Regensburg und Umgebung

Juratäler Landkreis Regensburg

 

„Rote Wand“ oder „Friesenstein“ heißen die Kletterfelsen, „Paralleluniversum“ oder „Hirschenstube“. Sie befinden sich in den Juratälern, also den Tälern von Donau, Laber, Naab, Vils und Forellenbach.

Drei Jahre lang haben der Deutsche Alpenverein, insbesondere die DAV-Sektion Regensburg, und die IG Klettern Frankenjura, Fichtelgebirge und Bayerischer Wald e.V. in enger Abstimmung mit der Regierung der Oberpfalz, dem Landratsamt und der Stadt Regensburg, dem Landesbund für Vogelschutz und dem Bund Naturschutz gearbeitet. Herausgekommen ist ein Kletterkonzept für 75 Felsen mit rund 1000 Kletterrouten. Davon profitieren alle: Sowohl die Sportlerinnen und Sportler als auch die felsbrütenden Vögel und die seltenen Felspflanzen.

Kletterkonzeption Juratäler

 

Altmühltal/Donaudurchbruch

 

Die Felsen im unteren Altmühltal zwischen Kelheim und Riedenburg und im Donaudurchbruch bei Weltenburg sind als unberührte Natur-Inseln innerhalb einer intensiv genutzten Kulturlandschaft von großer Bedeutung für den Naturschutz. An vielen Felsen existiert eine schützenswerte Felskopfvegetation mit eiszeitlichen Relikten. Seltene Pflanzen finden sich in Felsspalten und am Wandfuß. Alle Felsgebiete unterliegen der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und haben damit EU-weite Bedeutung. Viele Felsen liegen in Naturschutzgebieten. Das Naturschutzgebiet "Weltenburger Enge" ist sogar mit einem Europa-Diplom ausgezeichnet. Gleichzeitig zählen das "Altmühltal" und der "Donaudurchbruch" zu den klettersportlich bedeutendsten Gebieten Süddeutschlands.

Unter Beteiligung der höheren Naturschutzbehörde (Reg. v. Niederbayern), der unteren Naturschutzbehörde (LRA Kelheim), des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) und des Deutschen Alpenvereins (DAV) wurde ab 1997 nach einer einvernehmlichen Lösung gesucht. In der entstandenen Kletterkonzeption soll durch großflächige Gebietsberuhigungen den Zielen des Naturschutzes Rechnung getragen werden. Die gewährte Klettererlaubnis für viele der sportlich bedeutendsten Felsen berücksichtigt andererseits das berechtigte Interesse der Menschen an sportlicher Betätigung in freier Natur.

Kletterkonzeption Altmühltal und Donaudurchbruch

 

Weitere Kletter-Regelungen

 

Kletterverbote südlicher Frankenjura

Kletterverbote Bayerischer Wald

 


Weitere Infos zum Thema Klettern und Naturschutz unter www.dav-felsinfo.de und www.ig-klettern.de