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Der Herbst ist für viele die schönste Zeit, um draußen in der Natur unterwegs zu sein. Warmes Licht, klare Luft und gute Fernsicht machen Wanderungen jetzt besonders reizvoll. Jedoch eignen sich nicht mehr alle Touren: Schöne Sommerrouten erweisen sich später im Jahr unter Umständen als zu hoch, zu lang oder zu schattig. Außerdem schließen nach und nach viele Alpenvereinshütten. Der DAV gibt Tipps, wie die Herbsttour gelingt und informiert, welche Hütten wie lange geöffnet haben. Außerdem: Eine Bilanz des zurückliegenden Hüttensommers.

Bilanz der Hüttenwirtsleute zur Sommersaison 2021

Auch die Saison 2021 stand stark unter dem Einfluss der Covid-19-Pandemie und stellte Hüttenwirt*innen vor zahlreiche Herausforderungen: Auf vielen Hütten begann die Saison später als gewöhnlich und durch die Anti-Corona-Maßnahmen konnte oftmals nicht die volle Bettenkapazität abgerufen werden. Zudem führten unterschiedliche Bestimmungen in den Ländern für Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe zu Verwirrungen vor Ort.

Auch das häufig regnerische Wetter in diesem Sommer beeinflusste die Auslastung der Hütten negativ – sowohl im Tagesbetrieb als auch bei den Übernachtungszahlen. "Unterm Strich war diese Saison nicht die beste für unsere Hütten", zieht Miriam Roth, beim DAV zuständig für Hütten, Bilanz. "Wir freuen uns aber, dass sich die Gäste in der Regel an die Corona-Bestimmungen gehalten haben und auch in diesem Jahr viel Verständnis für die schwierige Situation hatten."

Hüttenbesuch während der Pandemie

Noch immer gelten die Corona-Regeln auf den Hütten – mittlerweile ist ein Zutritt in Österreich nur noch mit der 3G-Regel (getestet, genesen, geimpft) erlaubt. In Bayern richten sich die Maßnahmen noch nach der Inzidenz des Gebiets, auf dem die Hütte steht. Ab einem Wert von 35 greift auch hier die 3G-Regel.

Für die Übernachtung gelten zudem spezielle Regelungen: "Es kann zum Beispiel nötig sein, dass eigene Bettwäsche oder ein richtiger Schlafsack mitgebracht werden müssen", erklärt Miriam Roth. "Wir empfehlen aktuell, sich vor dem Besuch auf der Webseite der Hütte zu informieren oder bei den Wirtsleuten anzurufen". Dies sei ohnehin nötig, da sowohl in Bayern als auch in Österreich alle Schlafplätze vorab reserviert werden müssen.

DAV Gamshuette Thomas RychlyDiese Hütten haben noch geöffnet

Mit dem Ende der Sommersaison schließen auch viele Alpenvereinshütten. Die Öffnungszeiten einiger Hütten im deutschen und angrenzenden Alpenraum finden sich beim unten stehenden Link. "Je nach Wetterlage können sich die Zeiten allerdings kurzfristig verschieben", merkt Miriam Roth an, "und zwar in beide Richtungen." Angesagter Schneefall führe häufig zu einer früheren Schließung der Hütte während ein stabiles Hochdruckgebiet die Wirt*innen unter Umständen dazu veranlasst, die alpine Unterkunft noch ein paar Tage länger offen zu halten. Im Bild: Gamshütte im Zillertal. DAV/ Thomas Rychly

Im Herbst am Berg: Vier wichtige Punkte

Wechselnde Temperaturen, kürzere Tage, Schnee in höheren Lagen – mit dem fortschreitenden Jahr müssen Wandertour und Ausrüstung den Verhältnissen angepasst werden. So ist man gut vorbereitet und sicher in den Bergen unterwegs:

1. Kürzere Tage berücksichtigen

Während man im Juli noch um neun Uhr abends die Aussicht genießen kann, geht Ende September schon zwei Stunden früher die Sonne unter. Kürzere Touren senken das Risiko, sich im Dunkeln zu verlaufen oder zu verletzen. Außerdem wird es nachts sehr schnell kalt.

DAV 2019 Chris Pfanzelt MTB im Herbst
2. Warme Kleidung

Auch auf Tagestouren sollte zusätzliche Kleidung eingepackt werden. Eine weitere warme Schicht, beispielsweise eine Fleece-, Daunen-, oder Kunstfaserjacke, gehört ebenso in den Rucksack wie eine Mütze und Handschuhe. Auch ein Ersatz-Shirt schadet nicht: Bei Nässe und starkem Wind kühlt man deutlich schneller aus. Foto: MTB im Herbst. DAV / Christian Pfanzelt

3. Veränderte Wegverhältnisse

In schattigen Bereichen sind Wege oftmals durch das Laub nass und rutschig, auch wenn der Boden „um’s Eck“ warm und trocken ist. Besondere Vorsicht beim Gehen in schattigen Bereichen ist daher wichtig – und natürlich gutes Schuhwerk. Außerdem findet man in höheren Lagen vermehrt Schnee und vereiste Stellen. Wer hoch hinaus will, sollte die entsprechende Ausrüstung dabei haben (Gamaschen, evtl. Grödel bzw. Steigeisen) und über Bergerfahrung verfügen. Stöcke helfen, die Balance zu halten.

4. Verhältnisse checken

Große Temperaturunterschiede zwischen Tal und Berg gibt es zu allen Jahreszeiten. Im Herbst herrscht oben aber oftmals schon Winter, während man unten noch im T-Shirt wandern kann. Aus diesem Grund ist es wichtig, den Wetterbericht sowohl im Vorfeld der Tour und vor dem Start zu überprüfen. Das DAV-Bergwetter liefert den täglichen Wetterbericht in den Alpen und Mittelgebirgen. Dieser lässt sich nach Ort und Region filtern und zeigt den Trend für die nächsten Tage an. Zusätzlich bietet der Bergbericht einen guten Überblick über das Wetter für das kommende Wochenende. Er erscheint jeden Donnerstag um 16 Uhr auf alpenverein.de.