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Auf vergessenen Wegen

Hirschhörndlkopf, Graseck, Benediktenwand und Hennenkopf

03. bis 04.11.2018

 

Teilnehmer: Hofmann Joachim, Stockner Hermann und Göthner Jörg.

 

Der Morgennebel hat Kochel und den dazugehörigen See eingehüllt, als die Kameraden ihre Tour beginnen. Zunächst geht es hinauf zum Lainbachfall, einem ersten Hingucker.

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Trotz Beschreibung gelingt das Finden des alten Almsteigs nicht auf Anhieb. Intuition und die Handykarte des Jörg helfen dabei. Der Bergwald wird nun weit oberhalb des Laingraben mäßig steigend gequert. Knielanges, feuchtes Gras säumt den Trampelpfad und sorgt nebenbei für nasse Hosenbeine. Rot-braune Wiesen und buntes Laub setzen die Farbakzente.

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Der Nebel verzaubert die Natur und malt mit seinen weichen Farben tolle Bilder. Es wirkt beruhigend in Gedanken versunken dem Steig zu folgen. Nach dem Passieren der verfallenen Maieralm endet der Pfad und über Forststraßen erreichen die Wanderer die Kotalm. Der Nebel hat sich mittlerweile aufgelöst; lediglich die hochnebelartige Bewölkung bremst die Sonne noch aus. Jetzt beginnt der Aufstieg zum Hirschhörndlkopf. Für die 400 Höhenmeter brauchen die Kameraden gute 1,5 Stunden. Bei 3 Kilometer Wegstrecke aber auch kein Wunder. Der Wettergott hat ein Einsehen und die Wolkendecke reißt auf. Es herrscht gute Fernsicht ringsum – das Flachland bleibt bis an den Horizont im Nebelmeer verborgen.

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Nach einem angenehmen Gipfelaufenthalt steigen die 3 Wanderer über den Westrücken ab. Ein vergessener Pfad führt von Geländestufe zu Geländestufe hinunter und in nur 45 Minuten ist der Ausgangspunkt erreicht. Für den Abstieg nach Kochel am See hat Joachim noch ein Zuckerl im Ärmel. Den Hinweg ein Stück zurück wandernd ist bald ein Pfad gefunden, der die Kameraden zum bewaldeten Gipfel des Graseck bringt. Den Weiterweg zur nahegelegenen Sonnenspitz ersparen sich die Bergsteiger.

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Links zweigt unmarkiert ein Pfad ab – wiederum ein vergessener Weg. Und der hat es in sich. Toll auf der Gratschneide windet dieser sich in leichten Auf und Ab langsam tiefer. Sogar eine IIer Stelle muss geschafft werden, da die leichtere Umgehung zu spät bemerkt wird. Reizvolle Tiefblicke in die steilen Bergflanken und hinunter zum Kochelsee machen die Passagen zum Genuss. Nach 400 Höhenmeter Abstieg durch einen von einem Großbrand geschädigten Bergwald, wendet sich der Steig nach rechts. Eine ganze Weile wird die bewaldete Bergflanke gequert, bis unterhalb des felsigen Kienstein der Parkplatz erreicht ist. Über Bad Tölz und Arzberg wird mit dem Auto ein Waldparkplatz angefahren. Von hier geht es zu Fuß in 45 Minuten zur Kirchsteinhütte, unserem Nachtquartier. 1500 Höhenmeter bei 9,5 Stunden Gehzeit sind heute geleistet worden. Jetzt heißt es Abendessen, frisch machen und das süffige Reutberger Dunkelbier genießen. Das tut gut. Am anderen Morgen, nach dem Frühstück, wandert der Trupp den Arzbach entlang zum Talschluss. Unterhalb der senkrechten Probstwand windet sich ein Pfad hinauf zur Probstalm.

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Auf halben Weg zieht ein kapitaler Steinbock die Aufmerksamkeit auf sich. Und kurz vor der Almhütte gleich nochmal einer. Es gelingen zu aller Freude schöne Fotoaufnahmen. Weiter geht es hinauf zum Rotohrsattel. Von hier aus sind es nur 60 Min. zur Benediktenwand. Eigentlich sollte jetzt der Zugstieg zum Hennenkopf beginnen, aber auf Vorschlag des Joachim geht es zuerst auf die 1800 Meter hohe Benediktenwand. Super ist von oben die Sicht hinüber zum sonnenbeschienenen Alpenhauptkamm. 2,5 Stunden mit Gipfelrast hat dieser Abstecher vom Sattel Zeit gekostet. Nun stehen wieder die vergessenen Wege im Focus. Es braucht schon sehr viel Gespür, um den im Latschendickicht verborgenen Steig ausfindig zu machen. Zumal dieser nur andeutungsweise vorhanden ist. Die Bergflanken und Gipfel sind vom Krummholz völlig überwuchert und mit viel Geschick gelingt es auf der richtigen Spur zu bleiben. Es ist spannend, was Joachim begeistert, wohingegen Hermann es nicht so toll findet. Nach geraumer Zeit sind die Bergsteiger am Fuß des beeindruckenden Felszahn des Hennenkopf angelangt. Joachim klettert einen schmalen Grat hinauf (Schwierigkeit II) Hermann tut es ihm gleich, während Jörg indessen eine andere Route ausgemacht hat. Und ist 5 Minuten schneller am Gipfel. Nochmal die Rundschau über die Wälder zu Füssen der Benediktenwand, bevor der Abstiegbeginnt. Zunächst hinunter zur Tiefental Alm und von dort auf vergessenen Steig zur Längenbergalm. Vom Bergrücken gibt es eine unmarkierte Route, die hinab ins Längental führt. Jetzt ist es nur noch ein Katzensprung zur Kirchsteinhütte. Diese schließt um 17.00 Uhr, was die grantige Hüttenwirtin resolut verkündet. So bleiben für das wohlverdiente Dunkelbier nur 15 Minuten. Schwamm drüber. Zwei anspruchsvolle und wunderschöne Bergtage gehen hiermit zu Ende und die Heimfahrt kann zufrieden angetreten werden.

 Berg Heil

Hofmann Joachim