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Mieminger- und Wetterstein

04.07. bis 06.07.2019

 Teilnehmer: Hofmann Joachim und Decker Claudius

 An der Talstation zur Ehrwalder Almbahn beginnen die drei geplanten Bergtage. Die erste Etappe hat es gleich in sich: Die Bergsteiger wollen über den schweren Seebener Klettersteig zur Coburger Hütte. Joachim ist an diesem schon mal gescheitert. Nicht ohne Grund, wie sich heute herausstellt. Die Route zieht rechts von einem Wasserfall durch eine steile Wandstufe hinauf zum Seebensee. Es geht gleich mit „D“ am feuchten Fels los. Klappt bei Claudius nicht auf Anhieb – daher steigt Joachim voraus. Der Steig ist sehr anspruchsvoll und fordert das ganze Klettergeschick nebst viel Armkraft der Klettersteig Geher. Von Joachim unbemerkt fällt Claudius in seine Sicherung.(Schürfwunde und Blessur am Knie – später mit Schnaps behandelt). Zum Finale mit „E“ Stellen wird es noch härter, bevor der Ausstieg geschafft ist.

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Ein Bierchen in der nahe gelegenen Seeben Alm darf es jetzt sein, bevor es vorbei am gleichnamigen See zur Coburger Hütte geht. Hier gibt es nochmal ein kühles Bier, aber wegen großem Andrang keine Schlafplatzvergabe. Daher steigen Claudius und Joachim mit den schweren Rucksäcken zum 2302m hohen Drachenkopf hinauf. Tolles Wetter, toller Rundblick: Zu den Tajaköpfen, Sonnenspitze, Zugspitze und hinunter auf den wunderschönen, grün-blau schimmernden Drachensee.

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Nach mittlerweile 1300 Höhenmeter freuen sich Joachim und Claudius auf das abendliche Hüttenleben. Tags drauf klettern die Beiden im Ier Gelände – mit IIer Stellen – hinauf zur formschönen Gipfelpyramide der Sonnenspitze, 2417m. Vielfacher Wunsch des Claudius. Wiederum gibt es einen tollen Rundblick auf die umliegenden Gipfel - darunter funkelt der malerische Seebensee im Sonnenlicht.

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Steil und klettrig geht es nun hinunter via „Hohen Gang“ zum Parkplatz. Nach dieser anstrengenden Etappe gibt es für Joachim und Claudius in Klais ein Erdinger Dunkel bevor sie ins Leutaschtal weiterfahren. Schließlich stehen noch 700 Höhenmeter Aufstieg  zum Nachtquartier Wenger Alm auf 1751m an. Tags darauf geht es zum 2048m hohen Scharnitzjoch. Von dort versuchen die  Bergsteiger über Wegspuren und teils auch weglos die Höhe zu halten. Denn sonst drohen gut 400 zusätzliche Höhenmeter. Es zieht sich aber doch länger als gedacht unterhalb der  schroffen Wettersteinwände entlang, bis der zum Söllerpass hinaufziehende Steig erreicht wird. Und einige der eingesparten Höhenmeter sind dabei verloren gegangen. Mühsam und phasenweise unangenehm geht es hinauf zum Leutascher Platt. Jetzt eröffnet sich ein phantastischer Blick auf die an der Meilerhütte beginnenden Torspitzen,mit dem Finale Leutascher Dreitorspitze. Letzterer Berg, 2682 m hoch, ist das heutige Ziel.

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Aber wegen dem langen Zustieg und der kraftraubenden Touren der Vortage reicht die Kondition nicht. So nähern sich Claudius und Joachim im weglosen Schrofengelände nur bis Höhe 2429m. Der viele Schnee in der Aufstiegsrinne hätte das Vorhaben noch zusätzlich erschwert. Also lassen die Beiden es gut sein. Wieder im Tal haben sie immerhin 1300 hm Aufstieg und 1700 hm Abstieg hinter sich. Nochmal Einkehr in Klais – der aufmerksame Leser ahnt warum – bevor es nach Hause geht. Es waren tolle Bergtouren und eines steht jetzt schon fest: das abgebrochene Ziel (Stützpunkt Meilerhütte) wird nachgeholt.

Berg Heil

Joachim Hofmann