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Weißkugel 3739m

02.08. bis 03.08.2019

Teilnehmer: Decker Claudius, Hofmann Joachim und Wirth Roland

Die Tour auf die Weißkugel – am liebsten über den Nordgrat – steht schon viele Jahre auf der To do Liste. Joachim, Claudius und Roland fahren um 9.00 Uhr los und treffen - unterbrochen von einer Einkehr – um 15.00 Uhr im Talort Melag ein. 3 Stunden später ist nach einem verregneten Aufstieg die Weißkugelhütte erreicht. Die Logistik der Hütte, sowie die Freundlichkeit des Personals lässt zu wünschen übrig. Ist halt so. Am nächsten Morgen ist Abmarsch um 5.00 Uhr früh. Der Hüttenwirt hat von der Besteigung über den Nordgrat abgeraten, da die Bedingungen nicht mehr gut sind. Zunächst geht es knapp 100 Höhenmeter runter auf den Talboden und noch ein ganzes Stück weiter, bis der Langtauferer Ferner beginnt. Das Gletscher Sterben ist deutlich zu sehen; zumal wenn man mit einer AV Karte aus dem Jahr 1997 unterwegs ist. Der untere Teil des Ferners kann wegen Blankeis nur mit Steigeisen begangen werden. Auf Höhe 2900m wird sich angeseilt, weil der Schnee mögliche Spalten verbirgt. Für eine halbe Stunde erstrahlt die Weißkugel unter dem blauen Himmel. Dann dominiert wieder die starke Bewölkung. Wenigstens regnet es nicht. Nach kurzer Diskussion über die Route Nordgrat oder Weißkugeljoch wird sich für letztere  entschieden. Sicherheitshalber, weil es bei einem Abbruch am Grat zeitlich über die Normalroute nicht mehr gereicht hätte.

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Die Querung vom Weißkugeljoch über ein namenloses Joch (heikle Steilpassage) hinüber zum Hintereisjoch ist nicht „ohne“. Und lange Zeit kein Höhengewinn. Nun liegen noch knapp 400 Höhenmeter vor den Kameraden. Im Nebel heißt es jetzt teilweise sehr steil die Schneeflanke in Serpentinen hinauf steigen. Mehrere Seilschaften kommen uns entgegen. Sie sind alle am Grat wegen Eis am Fels kurz vor dem Gipfel umgekehrt. Das baut nicht gerade auf, zumal auch die Anstrengung spürbar wird. Joachim lässt sich aber davon nicht beirren. An den Felsen haftet etwas Graupel und die Kletterei am Blockgrat ist kein großes Problem. Und so ist die Freude über den Gipfelerfolg groß. Lediglich die fehlende Aussicht müssen die Freunde verschmerzen.

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20 Minuten später beginnt der Abstieg, der natürlich im weicher gewordenen Schnee  mühsam ist. Auch der „Gehkomfort“ mit den angelegten Steigeisen ist nicht so gut.

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Gegen 18.00 Uhr ist die Weißkugelhütte wieder erreicht. Eine sehr anstrengende und anfordernde Tour ist gelungen und die Heimfahrt kann zufrieden angetreten werden. Von einer zweiten Übernachtung wird Abstand genommen, weil die Freunde mit der Hütte nicht zufrieden waren.

Berg Heil

Hofmann Joachim