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Allgäuer Grate

10.08. - 12.08.2021

Hofmann Joachim und Regensburger Reinhold

 

Für die geplanten Ziele wäre das Waltenberger Haus ein ideales Quartier. Allerdings will Joachim diese Hütte wegen negativer Erfahrungen aus den Vorjahren meiden. Er tüftelt einen Plan aus, wie binnen 3 Tage Marchspitze, Großer Krottenkopf, Hochfrottspitze und Mädelegabel machbar sind. Zunächst wird am Endziel in Holzgau das Auto abgestellt und mit dem Bus zum Ausgangspunkt der Tour in Elbigenalp gefahren. 1100 Höhenmeter sind es hinauf zur Hermann von Barthhütte, was Joachim wegen seinem schweren Rucksack und einem extra Schlafsack ziemlich schlaucht. Ab 10.00 Uhr spielt der Hüttenwirt auf seiner Quetsch´n und so endet der Abend recht vergnüglich. Am nächsten Morgen regnet es überraschend. Aber bald bessert sich das Wetter und so kann die geplante Besteigung der 2609 m hohen Marchspitze gelingen. Über eine steile Bergflanke steigen die Bergkameraden auf ein Joch und von dort den felsigen Westgrat hinauf zum Gipfel. Die Anforderungen mit Ier Kletterei und wenigen IIer Stellen sind moderat. Eine wunderschöne Aussicht über die zahlreichen Allgäuer Gipfel ist Lohn der Mühe. Auf gleicher Route steigen Joachim und Reinhold ab und wenden sich dem nächsten Ziel zu: Der Große Krottenkopf, mit seinen 2659 m der höchste Gipfel der Allgäuer Alpen, wartet auf seine Besteigung. Ein markierter Steig erleichtert den Aufstieg zum höchsten Punkt. Es ist nun Zeit für eine längere Pause um das tolle Ambiente zu genießen. Die Kemptener Hütte ist zur Übernachtung vorgesehen und es gibt trotz fehlender Reservierrung keine Probleme. Ein gut geführtes Haus, das man weiter empfehlen kann.

Nach dem Frühstück brechen Reinhold und Joachim zeitig auf und wandern den Heilbronner Weg hinauf zur Bockkarscharte.

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Am Weg dahin kreuzt ein großes Rudel Steinböcke, die sich von den Wanderern nicht stören lassen. Gelegenheit für viele tolle Fotos. Eine Gruppe junger Bergwanderer ist ganz erstaunt, dass die beiden Bergsteiger auf die Hochfrottspitze wollen. Sie hatten mit dem Waltenberger Haus als Ziel gerechnet. Es ist ganz schön anspruchsvolles Felsgelände im oberen zweiten Schwierigkeitsgrat. Und dass zwei junge Bergsteiger die von ihnen geplante Hochfrottbesteigung abbrechen ist nicht gerade motivierend. Die Kletterei im senkrechten Fels sei für sie grenzwertig. Bange machen gilt nicht.

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Und so stehen die beiden „Oldies“ alsbald am kreuzlosen Gipfel. Weiter geht es nun in anhaltender Kletterei in eine Scharte hinunter – auch nicht ganz „ohne“. Joachim macht der nun folgende steile Südgrat auf die Mädelegabel etwas Kopfzerbrechen. Es ist nicht zu erkennen, wie die Anforderungen bewältigt werden können.

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Learning by doing oder „pack mas an“.

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Nach dem Passieren der ersten Gratstufe - mit einer IIIer Stelle – ist unklar wie es weiter gehen soll. Weder links noch rechts kann in die Flanke ausgewichen werden. So bleibt nur im senkrechten Fels am Grat weiterzuklettern. Einem sperrenden Gratkopf muss in die rechte Flanke ausgewichen werden, bis eine von unten hoch ziehende extrem steile Rinne den Weiterweg versperrt. Es braucht das ganze Klettergeschick der Bergkameraden um diese Passage zu bewältigen. Schwierigkeit ???

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Es gelingt und der Weg zum Gipfel ist frei. Kurz darauf können sich die Gipfelstürmer zu ihrem Erfolg gratulieren. Es gibt nicht Viele, die sich die Überschreitung von Hochfrottspitze und Mädelegabel trauen. Einige junge Bergsteiger – über den Normalweg auf die Mädelegabel gestiegen -haben die 2 „Siebzigjährigen“ staunend begrüßt.

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Es herrscht bestes Bergwetter und die Aussicht ist phänomenal. So soll es sein. Nach dem Abstieg via Heilbronner Weg geht es zunächst zum Mädelejoch und von dort hinunter nach Holzgau. Immerhin 1500 Höhenmeter talwärts, woraufhin Joachim im Cafe Uta gleich 2 Bier braucht. Später gibt es noch in Steingaden Wurstsalat mit König Ludwig Dunkel. Reinhold fährt nun das Auto. Kurz vor 11.00 Uhr sind die Beiden wieder zu Hause.

Hochzufrieden im Rückblick auf drei tolle Bergtage,

 

Berg Heil

Hofmann Joachim