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Hanauer Hütte – Lechtaler Alpen 21.07. - 24.07.2021 Vom Talort Boden steigen Decker Claudius, Göthner Jörg, Regensburger Reinhold und Hofmann Joachim hinauf zur Hanauer Hütte. Diese steht auf einem Geländekopf inmitten einer tollen Bergkulisse: Im Halbkreis eingerahmt von schroffen und unnahbar wirkenden Felsgipfeln. Es gibt mit der 2657 m hohen Kogelseespitze nur einen Wanderberg. Den „gönnen“ sich die 4 Bergsteiger noch, bevor das Hüttenleben beginnen kann. Das Bier ist nicht gerade das Gelbe vom Ei. Wie meist auf den österreichischen Hütten. Sonst ist alles prima in Ordnung. Decken gibt es im Zimmer keine – also in die mitgebrachten Schlafsäcke schlüpfen.

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Am Tag 2 steht die 2733 m hohe Dremelspitze am Programm. Die ist schon eine Herausforderung. Ab der östlichen Dremelscharte ist für die kommenden 300 Höhenmeter Klettern angesagt.

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An luftigen, abdrängenden Engstellen und an immer wieder anfordernden IIer Stellen ist Klettergeschick gefragt. Höhenangst ist sowieso verboten. Natürlich bietet sich oben ein toller Rundblick.

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Eine Stunde Rast darf es schon sein, bevor auf gleicher Route der Abstieg beginnt. Abwärts schon recht heikel und die Kameraden sind mit Erreichen der Scharte erleichtert. Noch vor 14.00 Uhr ist der Bergtag beendet und es kann auf der Hütte relaxt werden. Am Tag 3 ist die 2827 m hohe Große Schlenkerspitze das Ziel. Die 500 Höhenmeter – obschon sich lange ziehend – auf das Galtseitenjoch sind das leichte Vorspiel für das jetzt Folgende. Dieser absolut wilde Berg wehrt sich mit allerei Schikanen gegen seine Besteigung. Am Anfang ist es noch ein harmloser Gratrücken. Bald ist mal einem Querriegel auszuweichen und kurz darauf eine steile Schuttflanke ab- und aufzusteigen. Steinmandl helfen, um in der verzwickten Routenführung nicht vom Weg abzukommen. Eine von weitem sichtbare Rinne bringt die Bergsteiger auf eine Felskanzel. Nach kurzer Querung in der östlichen Bergflanke heißt es sehr steil im teils bröseligen Felsgelände aufwärts zu klettern. Schneller als gedacht ist der Vorgipfel erreicht und nur noch eine 15 m tiefer liegende Scharte gilt es zu überwinden. Mit der entsprechenden Vorsicht und Bewältigung einer II+ Passage stehen die Bergfreunde bald am Ziel.

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Das Gipfelkreuz ist leider abgebaut und wartet auf seine Neuerrichtung. Ansonsten ist dieser Tag noch schöner als die vorangegangenen. Der Abstieg geht mit der erforderlichen Sorgfalt von statten. Am Galtseitejoch gibt es noch eine Zugabe: Die 45 Minuten entfernte Reichspitze – 2590 m – wird auch noch erstiegen. Die IIer Kletterei wird durch ein Stahlseil entschärft.

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Nun bleibt noch der Abstieg zur Hütte und die Bergsteiger spüren die Strapazen des Tages nunmehr deutlich. Erschöpft, aber hochzufrieden genießen die Freunde das Hüttenleben. Am nächsten Morgen ist das geparkte Auto nach 75 Minuten erreicht und die sich andeutende Wetterverschlechterung spielt keine Rolle mehr. Entspannt geht es an die Heimreise – aufgelockert durch ein Weißwurstfrühstück mit gutem Bier. Es bleibt die Erinnerung an 3 tolle Bergtage. Berg Heil Hofmann Joachim