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Tiefkarspitze 2431 m 05.07.2020 Teilnehmer: Hofmann Joachim und Decker Claudius Joachim hat aus Walter Pause`s Buch „Münchner Hausberge“ schon die meisten Touren gemacht. Das Spektrum reicht von leicht bis sehr anspruchsvoll. Doch was Joachim und Claudius heute erwartet können sie noch nicht ahnen. Abfahrt 4.30 Uhr früh und Start der Unternehmung in Mittenwald 7.40 Uhr. Die Parkplatz Suche hat etwas gedauert. Um 9.25 Uhr ist 1 ¾ Std. später die Dammkarhütte erreicht. Ringsum öffnet sich eine beeindruckende Felsszenerie. Alle Gipfel wirken schroff und unbesteigbar. Nach einem Bierchen beginnt der Aufstieg zum 1920m hohen Predigtstuhl.

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Dieser ist dem Nordwestgrat; bzw. dem Nordgrat der Tiefkarspitze vorgelagert. Schnell geht es steil zur Sache im Einser Gelände; bald gewürzt mit IIer Stellen. Die Routenfindung ist schwierig, zumal die spärlich gesetzten Steinmandl die Suche nicht gerade leicht machen. Ein riesiger Gesteinsbrocken bricht Joachim unter den Füssen weg und der drohende Absturz kann gerade noch verhindert werden. Die Schrammen am Bein und die zerrissene Hose sind zweitrangig. Es erweist sich im weiteren Tour Verlauf, dass der Fels brüchig ist und die Griffe und Tritte immer wieder ausbrechen. In einem Kamin muss die Schlüsselstelle - ein überhängender Felsblock – überwunden werden. Für Joachim einen Moment lang nicht zu schaffen. Er fasst sich ein Herz und meistert die heikle Stelle. Claudius gelingt es ebenfalls. Die Suche nach einer gang- bzw. kletterbaren Route bleibt schwierig. Das raue Gelände mit hoher Sturzgefahr erfordert konzentriertes und umsichtiges Steigen.

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Im Irrgarten von felsigen Rippen, Rinnen und Türmen herrscht eine gewisse Unsicherheit wie es denn weiter geht. Das zerrt an den Nerven. Joachim überklettert schon mal 3 Jöcher, nur um letztlich einen kletterbar erscheinenden Steilhang als einzig sinnvolle Lösung zu wählen. Oben am Grat angekommen wird sichtbar, dass die Beiden von der Ideallinie abgekommen waren. Dennoch konnten sie das Problem lösen. Der Grat ist keine gerade Linie, sondern gespickt mit Turmfelsen, Rinnen und Scharten. Nach wie vor bleibt die Orientierung anspruchsvoll. Plötzlich ist das Gipfelkreuz da. Erleichtert genießen die Beiden nach dem mühevollen Zustieg die Gipfelrast.

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Es ist 13.30 Uhr. Eine halbe Stunde relaxen; die imposante Aussicht betrachten; etwas essen und trinken. Das braucht es jetzt. Nur wie wieder runter? Den gleichen Weg auf keinen Fall. Also die „rote Rinne“ - was immer das auch ist – hinunter auf die Schutt-Reissen zu Füssen der Felswände. Eine gemeine Route, wie sich bald herausstellt. Roter Schutt, Geröll, brüchige Steine und senkrechte Felsstufen warten auf die Bergsteiger. Jeder Tritt muss sorgfältig gesetzt werden. Claudius und Joachim steigen abwechselnd wegen dem extremen Steinschlag. Einer wartet auf den Anderen in sicherer Deckung. Das ist enorm wichtig. 600 Höhenmeter in diesem Terrain absteigen sind schon zermürbend, wenn man den sehr fordernden Aufstieg dazu nimmt. Endlich ist dann das große Schotterfeld erreicht, auf dem dann schnurstracks die Dammkarhütte angesteuert wird. 1 Maß Bier für Joachim und eine Radlmaß für Claudius sind jetzt dringend nötig. Und Durchschnaufen im Gefühl diese Tour geschafft zu haben. Es ist schon 18.40 Uhr. Der Abstieg ins Tal findet ganz entspannt statt. Und dass sich in Klais noch eine Einkehr ausgeht, wo es Erdinger Dunkel gibt, freut den Joachim besonders. Claudius ist Fahrer um 0.17 Uhr früh gelangen die Bergsteiger wohlbehalten nach Hause. Berg Heil Hofmann Joachim