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Grattour im Zahmen Kaiser 15.11.2020 Teilnehmer: Hofmann Joachim und Decker Claudius Allgemein wird der Wilde Kaiser dem „Zahmen“ vorgezogen. Nicht immer zurecht. Vor allem, wenn die 6 Gipfeltour rund um das Winkelkar auf der To Do Liste steht. Denn zahm ist da gar nichts. Erwartungsvoll ziehen Claudius und Joachim vom Parkplatz südlich Durchholzen los. In mehreren Geländestufen streben die Beiden – vorbei an der Winkelalm - zum Ende des Kars. Hier führt ein teils versicherter Steig über Fels- und Schrofengelände nach oben. Ein unscheinbarer Abzweig bringt die Bergsteiger hinauf zur 1892 m hohen Jofenspitze. Sehr steil und meist weglos. Schon jetzt bietet sich eine klasse Fernsicht an diesem wunderbaren Spätherbsttag. Joachim und Claudius queren die ausgesetzte Bergflanke hinüber zum Hauptweg und gelangen kurze Zeit später auf die 1997 m hohen Pyramidenspitze.

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Gerastet wird nur kurz, um die tolle Berglandschaft zu genießen. Bei den milden Temperaturen wäre ein längerer Aufenthalt empfehlenswert gewesen. Aber das ehrgeizige Programm lässt das nicht zu. Nächste Station ist die Vordere Kesselschneid, mit 2002 m der höchste Punkt im Zahmen Kaiser. Nun beginnt ein bergsteigerisches Schmankerl: Immer dem Grat folgen und im stetigen Auf und Ab über die senkrecht abbrechenden Felswände balancieren – das macht richtig Spaß. Es ist nie schwerer als II und alsbald ist mit der 1995 m hohen Hinteren Kesselschneid der vierte Gipfel erreicht.

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Der zweite Grat-Abschnitt hinüber zum 1971 m hohen Roßkaiser ist erneut spannend. Bisweilen messerscharfe Gratrücken sind auf der weiterhin ausgesetzten Route zu passieren. Dann geht es die steile Gipfelwand hinauf zum nächsten Ziel. Zeit um nochmal zu rasten und die phänomenale Aussicht zu genießen. Weiter geht es am Gratrücken in eine Senke und mit einem letzten Gegenanstieg zum Kleinen Roßkaiser 1923 m endet diese sensationelle Gratkletterei.

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Nun heißt es 550 hm über steile Bergwiesen zur Hochalm abzusteigen. Nicht gerade kniefreundlich. Lange zieht sich der mit Gegenanstiegen gespickte Steig zum Heubergjöchl. Und die tritt-feindliche Beschaffenheit des Pfades ist Gift für die müden Knochen. Nach weiteren 700 hm Abstieg ins Winkelkar ist dann mit Einbruch der Dunkelheit die Tour geschafft. Es bleibt das gute Gefühl heute eine Bergtour der Extraklasse gemeistert zu haben. Berg Heil Hofmann Joachim