service.jpg

Fahrt  mit „Öffis“ zum Bergsteigergrundkurs ins Rofan   26.-29. Mai 2022

Keine Gute-Nacht- Geschichte

Alle Kursteilnehmer sind bei der Vorbesprechung ohne Überredungskünste sofort einverstanden, dass wir den Versuch „mit Öffis zum Kurs“ sofort starten sollten, trotz 5x Umsteigen und wenigstens 1  1/2 Std. längere Fahrt als mit Leihbus und Auto.

Zu Hause versuchen die Kursleiter sich durch den Dschungel an Fahrplänen und Preisauskünften zu kämpfen, um die optimalste An- und Abfahrt herauszufinden. Die Nachbarn sagen: wir bringen Euch zum Bahnhof, das können wir auf dem Weg nach XY schnell noch vorschalten. Nette Nachbarn! Ja, wird sehr gern angenommen. Doch halt: Öffentlich fahren und zum Bahnhof bringen lassen? Nein – geht ja gar nicht!

Wir sind zu 10! Der Fahrkartenautomat verschlingt einen 50 € Schein, dann einen 20€ Schein, die nächsten spuckt er wieder aus. Also lieber gleich noch einen 50ger. Gut, er behält ihn! Allerdings auch weitere zwei 20ger! 2 BayernTickets kosten auf diese Weise € 136 statt € 116! Na super!!! Aber es gibt ja eine Reklamationstelefonnummer – für später!

Alle sitzen im Zug – unser Gepäck? (einige haben 2 Rucksäcke) wird irgendwie im Waggon verkeilt. Richtung München haben wir 15 Minuten Verspätung – es sind Personen auf dem Gleis. Der Zug nach Kufstein ist weg. Aber wegen einer Baustelle müssen wir eh‘ erst mit der S-Bahn nach München-Ost und bekommen dort doch noch einen passablen Anschluss nach Kufstein. Richtig spannend wird es aber, als der Zug wegen einer Personenfahndung vor Raubling nochmals auf unbestimmte Zeit stehenbleiben muss. Bekommen wir den Anschluss nach Jenbach in Kufstein? Was ist, wenn der nächste Bus zum Achensee so spät geht, dass die Gondel hinauf evtl. nicht mehr fährt? Doch unbrauchbare Idee, mit Öffis zum Kurs zu fahren? Es wird zwar alles so knapp, dass die Gruppe beim Umsteigen immer wie eine alpine Lawine über den Bahnhof hereinbricht, aber es klappt alles und wir sind keine Sekunde zu früh – aber eben auch nicht zu spät! So kann die Hinfahrt schon mal als team-bildende Maßnahme verbucht werden.

In der Gondel entspannen wir uns endlich. Jetzt ist Kurs! - Der ein oder andere Gedanke an die Rückfahrt wird erst‘mal beiseite geschoben…

Aber dann – 3 Tage später - ist Kursende und Rückfahrt! Was oben als Schnee herunterkommt, ist in Maurach Regen. Und es ist saukalt!! Wir sind viel zu früh an der Bushaltestelle. Der Bus ist pünktlich und nimmt uns, auf unsere „Einfach-Raus-Tickets“, dem Österreichischen Pendant des Bayern Tickets ohne weiteres mit. In Kufstein ist gerade Zeit für einen Café, dann geht es per Bayern Ticket weiter nach München Ost, München HBF und Regensburg. An jedem Halt sind wir froh schon im Zug zu sitzen, denn auf den Bahnhöfen warten immer ganz schön viele - besonders Wanderer mit Rucksäcken !

 Regensburg erreichen wir nach 5 Std. reibungsloser Rückfahrt. Es ist sonnig! Versuch geglückt! Fahrtkosten: Hin- und Rückfahrt € 42,- ggf. Stadtverkehr Regensburg (für die Hinfahrt zum HBF). Und das noch ohne 9 Euro- Ticket! Auf geht’s Leute!

Dodo und Helmut im Namen von Teresa, Armin, Kathrin, Korbinian, Simon, Julia, Anne und Alex

PS: Eine hoffentlich genauso fröhliche Herausforderung wird der Doppelkurs im Hochstubai. Wir haben jede Menge Ausrüstung im Gepäck und: das € 9,- Ticket!! Wir freuen uns darauf!

PPS: Die überbezahlten € 20 waren 4 Tage später schon wieder auf meinem Konto! ;-))

Dorothee Friedrichs

 

Die Sektion Regensburg ist am Überlegen in Zukunft ein Bonussystem für Fahrten mit den Öffis in die Berge anzubieten. Die Fahrten sollen dadurch günstiger und attraktiver werden.

IMG 20220518 WA0011

So gehts auch: Mit dem Zug hat sich eine Gruppe Mountainbiker*innen um Reinhold Huber auf den Weg nach Amberg gemacht, um auf dem Anton-Leidinger-Weg nach Nürnberg zu biken. Eine super Sache, finden wir! 75 Kilometer und 1.200 Höhenmeter. Diese Tour birgt viele schöne Landschaftsmomente, ohne große technische Finessen. Und lässt sich für Trainierte an einem Tag fahren oder halt auf zwei aufgeteilt.

Unsere Leidinger-Tour stand an, endlich! Nachdem beim ursprünglichen Termin Corona und Schneefall (10cm) uns ausbremsten, war zum Ersatztermin das Wetter bestens und wir trafen uns kurz vor acht, am HBF Regensburg. Der erste Termin lag fünf Wochen zurück, was uns ermöglichte an unserer Fitness noch etwas zuzulegen, und da uns auch Rückenwind bevorstand, konnten wir mit Zuversicht die Sache in die Hand nehmen. Dass der neue Fahrplan zwischenzeitlich unseren Zug aus dem Programm genommen hatte und nicht fuhr, machte uns nur kurz etwas "Radlos", dafür gabs ein überraschendes anderes Zuggespann und das brachte uns ohne Zwischenfälle zum Startpunkt nach Amberg.

Jetzt begann das Radeln oder Mountainbiking, das zog sich aber. Klar, bei 75 km Trailspaß und 1.200 Hm dauerts halt seine Zeit. So kurbelten wir uns Berg um Berg der Frankenmetropole entgegen. Am Anfang noch ein wenig auf Schotter und kleinen Asphaltstraßen, wurden Traildichte und Abfahrten immer länger und schöner. Nach langen 50 km gab's am Moritzberg die verdiente Pause im Biergarten, nur wo waren die Scharen von Nürnbergern, der Garten war nur leicht gefüllt?! Vielleicht waren sie alle beim "Club" im Stadion. Gut für uns, so kamm der leckere Kaiserschmarrn sehr schnell zu unseren hungrigen Mündern.

Derart gestärkt "flowten" wir dem Schmausbuck/Tiergarten entgegen. Mit seinen zahlreichen, schönen Wegen durch den Reichswald/Nürnberg waren das die letzten exklusiven Momente. Der Bahnhof war zumindest maximal gefüllt mit Fußballfans (Meisterfeier FC Schalke). Trotzdem ging's entspannt in vollen Zügen zurück, in unsere Heimatsdestination.

Der Kraft entleert, das Erlebniskonto gut gefüllt, so ging's die letzten Meter in die eigene Hütte. Eine schöner DAV-Tag war für die fünf Teilnehmer*innen damit zu Ende.

Reinhold Huber