kurse_sommer.jpg

Sanfte Höhen, wilde Tiefen, grandiose Aussichten, einladende Hütten; so preist die Mostviertler Tourismusindustrie die Gegend rund um den Ötschergipfel und – ja das beschreibt tatsächlich diese Landschaft ziemlich gut. Eigentlich ist der Ötscher mit seinen gerade mal 1.893 m Höhe ein recht bescheidener Gipfel, aber weil er von allen Seiten mindestens stolze 1000 m aus der Umgebung herausragt, strahlt er eine Art majestätische Erhabenheit aus. Eine wegen der Coronalage ziemlich dezimierte Gruppe wollte die Gegend genauer kennenlernen und stieg zunächst zum Terzer Haus auf, eine 2014 völlig neu aufgebaute Hütte, die beweist, dass moderne Architektur und Gemütlichkeit durchaus vereinbar sind. Im Lager konnten wir aus raumhohen Fenstern den Blick auf die Morgennebel über dem Erlaufsee genießen. Das Getränkeangebot war passend zum Mostviertel überaus vielfältig. Die Wanderung zum Ötscherhaus war vor allem botanisch sehr interessant, der anschließende Anstieg zum Ötscher fiel wegen heraufziehenden Regens eher kurz aus. Den Höhepunkt bildete aber am nächsten Tag die lange Wanderung durch die Ötschergräben. Links und rechts ragen die Kalkfelsen steil auf und neben dem Bach windet sich ein schmaler Steig, hin und wieder unterbrochen von einem Wasserfall und einer Jausenstation, die förmlich in die Wand eingeklebt wurde. Ein Kraftwerk aus dem Jahr 1911 markiert die Mündung des Ötscherbachs in den Abfluss des Erlaufstausees. Das Kraftwerk wurde damals gebaut um Strom für die Elektrifizierung der Mariazeller Bahn zu gewinnen. Wir wanderten noch durch Die Hinteren Tormäuer, die als Fortsetzung des Östereicherischen Grand Canyons nicht weniger eindrucksvoll waren und ließen uns von der Mariazeller Bahn zurück zum Ausgangspunkt und zu einem Bad im Erlaufsee bringen.
Theresia Weiß

Oetscher 1

Oetscher 6