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Start: Eck 
Ziel: Großer Arber

Gipfel:
1. Mühlriegel (1.080 m)
2. Ödriegel (1.156 m)
3. Schwarzeck (1.238 m)
4. Reischflecksattel (1.126 m)
5. Heugstatt (1.261 m)
6. Enzian (1.285 m)
7. Kleiner Arber (1.384 m)
8. Großer Arber (1.453 m)

Dauer:                                7 Stunden
Länge:    16,6 km / 21 km (mit Abstieg zur Talstation Arber-Bergbahn)
Höhenmeter:     1.044 Hm im Aufstieg / ca. 800 Hm im Abstieg (bis Talstation)
Wegebeschaffenheit:     durchgehend Wanderweg mit Wurzeln und Felsen garniert (nur ca. 300 m lange, breite Straße zwischen Kleinem und Großem Arber)


Einkehrmöglichkeiten:

Berghütte Schareben (Abstieg notwendig)
Chamer Hütte / Schutzhaus Kleiner Arber
Arberschutzhütte / Großer Arber
Eisensteiner Hütte / Großer Arber
Bitte beachten: von Eck bis Heugstatt keine Einkehrmöglichkeit

Parken:                                Wanderparkplatz (gebührenpflichtig) hinter Berggasthof Eck
Rückfahrt:    mit Igel-Bus (Umsteigen in Bodenmais notwendig, www.bayern-fahrplan.de), oder Taxi (ca. 50 Euro), z.B. Taxi Menacher aus Lohberg (Tel.: 09943 902787)

Weitere Informationen: https://www.bayerischer-wald.de/Media/Attraktionen/An-einem-Tag-ueber-acht-Tausender 


Metallschild 12 TausenderEigentlich wollten wir auf den Hohen Ifen (2.230 m). Kleinwalsertal. Aber Bernd macht uns einen Strich durch die Rechnung. Wir sind ja froh, dass die Tiefs nun nicht mehr nur Frauennamen haben, aber über Bernd freuen wir uns trotzdem nicht. Nur gut, dass der nasse Bernd den Bayerischen Wald noch nicht erreicht hat. Und so ersetzen wir den Hohen Ifen kurzerhand durch eine der herausforderndsten Tagestouren, die der Bayerische Wald zu bieten hat: die Acht Tausender.

Achttausender D. Schilling 210716 12Der Mühlriegel, der erste kleine Gipfel nach dem Wanderparkplatz am Eck und einem schönen Waldweg, lässt uns nach Südwesten blicken. Der Weg zum (kreuzlosen) Ödriegel ist locker und kurz, die Felsen am Gipfel wirken, als hätte ein Riese viele steinerne Pfannkuchen übereinander geschichtet. Der Blick eröffnet sich Richtung Osser und Hoher Bogen.

Wellig wandern wir weiter, wissen nicht recht, ob da jetzt schon weitere Gipfel dabei waren. Nein. Der dritte Gipfel will beweisen, dass er ein echter Tausender ist, und entlockt uns die ein oder andere Schweißperle: Den Schwarzeck ziert ein großes, stählernes Gipfelkreuz, das sich in Heidelbeeren bettet, die es übrigens Mitte Juli auf dem ganzen Weg viel zu pflücken gibt. Der Abstieg vom Schwarzeck erfordert Trittsicherheit, bis es ein Stückerl ohne nennenswerte Steigung bis zum Reischflecksattel geht, der ein kleines Häuschen zum Unterstellen bieten würde, wenn es regnen täte. Tut es aber nicht. Bernd hängt noch am Hohen Ifen fest.

Achttausender D. Schilling 210716 17Der nächste Gipfel liegt ein wenig abseits des Weges. Das wunderschöne Kreuz auf dem flachen Gipfel des Heugstatt ist ganz aus Altholz, alten Seilen und quasi Natur pur gezimmert. Tibetische Gebetsfahnen setzen Farbakzente. Der Blick geht Richtung Rusel. Oha, kommt da etwa Bernd auf uns zu? Es schüttet sichtlich, doch in sicherer Entfernung. Der Wind weht die Regenwolken weg von uns.

Der Enzian – wieso eigentlich? kein blaues Blümchen zu sehen! – ist windumtost und blickt auch Richtung Südwesten. Nummer sechs ist geschafft! Langsam werden die Beine müde. Aber die beiden letzten Gipfel sind in Sichtweite. Der Kleine Arber lockt mit der ersten Einkehrmöglichkeit direkt auf der Strecke – vorher gabs die Brotzeit aus dem Rucksack. Echtes Almfeeling kommt auf, als wir auf dem Gipfel des „Kleinen“ sitzen: Wir hören Kuhglocken läuten.

Achttausender D. Schilling 210716 37Vom Kleinen Arber geht es vorbei an der Chamer Hütte erst über einen Wanderweg, dann für wenige hundert Meter auf einer breiten Schotterstraße, dann steile Treppen hinauf zum letzten Gipfel, dem so genannten König des Bayerwalds „Großer Arber“. Wir genießen den Rückblick auf die ersten sieben Gipfel, sind stolz, und überlegen, ob wir uns die Talfahrt per Bahn gönnen. Pustekuchen! Die letzte ist vor 15 Minuten gefahren. So geht es die letzten vier Kilometer zu Fuß auf einem Forstweg zur Talstation hinunter. Unser Fazit: eine wirklich schöne tagesfüllende Tour auf schönen Wegen, nicht viel los, und viel Natur pur.  

Monika Trojer