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AK-AK1-03-21: Alpinklettern in den Loferer Steinbergen

Vorbesprechung am 31.07.2021

Wir, eine gemischte Truppe mit und ohne Alpinerfahrung, trafen uns am Samstag, 31.07.21 im Lauterachtal an einem kleinen, schattigen Fels, unter anderem für Trockenübungen zum Standplatzbau und Klettern einer leichten Route ausschließlich mit technischen Hilfsmitteln wie Tricams, Keile, Friends und Bandschlingen. Der Grundstein für unsere Alpinreise war gelegt, wir stimmten noch die Mitfahrgelegenheit und Größe der mitzunehmenden Rucksäcke ab.

Alpinkletterkurs Ludwig Simek 11. Tag Freitag, 13.08.21

Nach 1.200 Höhenmetern Aufstieg zur Schmidt-Zabierow-Hütte bei hochsommerlichen Temperaturen ließen wir den Vorabend des Kurses gesellig bei Bierchen, Schafkopf und der ein oder anderen Hochdeutsch-Oberpfälzerisch-Lehrstunde ausklingen. Nach dem Frühstück mit sehr heiß begehrtem Porridge begannen wir mit Trockenübungen zum Abseilen, Reihenschaltung und weichem Auge in zwei Gruppen direkt vor der Hütte, bevor es an den Fels ging. Wir teilten uns auf verschiedene Routen und Felsen auf, tauschen untereinander Seilpartner und kontrollierten uns gegenseitig beim Standplatzbau, Abseilen und sprachen uns in den Vorstiegen der eher einfachen Routen im 4er und 5er- Bereich Mut zu. Da die Seillängen in den ersten Routen recht kurz waren, hatten wir zumeist Blickkontakt und konnten uns austauschen und jederzeit auch unseren Kursleiter Ludwig um Rat bitten. Ein paar Schrammen von den rauen Felsen und leere Trinkflaschen später trafen wir uns wieder auf der Hütte.

Alpinkletterkurs Ludwig Simek 62. Tag Samstag, 14.08.21

Start 8 Uhr an der Hütte. Wir hatten ein paar herausfordernde Seillängen vor uns, wovon wir allerdings um diese Uhrzeit noch nichts wussten ;). Ein paar Zustiegsmeter weiter begannen wir mit einer Route im 5+ Bereich. Der Fels in den Loferer Alpen in der Region unserer Hütte ist zumeist rillig vom Wasser und plattig: Viele glatte Stellen muss man mit dem Fuß auf Reibung antreten, was uns schon mal den ein oder anderen Schweißtropfen auf die Stirn getrieben hat. Auch das Finden der geeigneten Rille, die man auf Zange greifen kann, stellte sich als Herausforderung dar, sind wir doch zumeist unsere löchrigen Kalkfelsen oder Kletterhallen-Henkel gewohnt. Ludwig war uns hier immer eine helfende Hand, sei es beim Überprüfen der Knoten oder beim Erinnern an die gelernten Abfolgen beim Sichern.

Alpinkletterkurs Ludwig Simek 2Und so kamen wir alle, zwar mit einer Sonnenbrille weniger, aber dennoch glücklich und sehr stolz nach acht Seillängen oben an. Noch schnell ein paar Fotos geschossen und dann gings auch schon ein paar hundert Meter hinab zur Hütte. Der Weg bestand aus Steinen, Steinen und Steinen, hier ist Trittsicherheit und Aufmerksamkeit gefragt. Fähigkeiten, die unser Übungsleiter gern erweitern wollte, was er mit dem Spiel „Ochs am Berg bleibt stehen“ auch erfolgreich tat. Erstaunlich aber wahr, auf einmal ging man viel schneller und trittsicherer. Zurück an der Hütte gabs wieder Trockenübungen - Bergrettung und Flaschenzug. Unser letzter Abend (mit Schafkopfturnier) zog vorüber. Für den nächsten Tag wurde noch ein Topo rausgesucht, um hier erneut Wissen zu vertiefen und auch mal ein paar 6er Routen auszuchecken.

Alpinkletterkurs Ludwig Simek 4Abreise Sonntag, 15.08.21

Die Sonntagsrouten nahmen sich von unseren mutigen Kletterern und -innen die letzten Kraftreserven, schmückten auch so manches Bein erneut mit kleinen, roten Erinnerungen an die schroffen Felstouren. Hingegen lässt sich die Kniffelrunde auf der Hütte nicht ganz mit Mut vergleichen, aber an Spaß und Freude stand sie den Kletterern in nichts nach.

Am Ende des Abstiegs nutzten einige das eiskalte Kneipp-Becken, um die Beine vom eventuell bevorstehenden Muskelkater zu befreien (Anmerkung des Trainers: nach insgesamt 22 bzw. 17 Seillängen und der nahezu unmenschlichen Leistung das ganze Gepäck hoch- und runtergetragen zu haben, absolut notwendig). Was für ein Wochenende!

Maria Hurtig