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Acht abenteuerlustige Alpenvereins Mitglieder haben sich am Faschingssonntag 2018 mit ihrem Guide Pit Haas aufgemacht, die Berge des Balkanlandes Mazedonien zu erkunden. Dabei wollen wir aber auch Land und Leute kennenlernen. Gitte, Sonja, Wolfgang, Harald, Philipp, Anton und Andreas landeten am Abend auf dem Flughafen von Skopje und wurden hier von unserem ortskundigen Führer Tom Kotevski herzlich in Empfang genommen. Schnell sind Ski und die persönliche Ausrüstung in unserem Bus verladen und noch am Abend ging es ins 1. Tourengebiet, nach Popova Sapka, ca. 2 Stunden von der Hauptstadt entfernt, nahe der Grenze zu Albanien gelegen. In einem ehemaligen Bergkloster, jetzt zu einem Hotel umgebaut, beziehen wir Quartier für die nächsten drei Tage. Das Hotel Kohak steht mitten im Ski- und Tourengebiet und kann im Winter nur mit Schneefahrzeugen erreicht werden. So können wir am nächsten Morgen bei strahlendem Sonnenschein direkt am Hotel den Aufstieg zum 2531 m hohen Mount Ceripashina, dem Hausberg, starten. Bei den guten Bedingungen und dank Wolfgangs unermüdlicher Spurarbeit schaffen wir die 781 m in weniger als 2 Stunden. Die Abfahrt in ein Hochtal oberhalb des Skiortes absolvieren wir, teils im Pulver- teils im windgepresstem Neuschnee. Schnell haben wir beschlossen noch einen weiteren Gipfel an diesem Tag in Angriff zu nehmen. Leider ohne Philipp der bereits beim Aufstieg seine Bindung geschrottet hatte. Der zweite Tag bringt die vorhergesagten Neuschneefälle. Die Sicht ist gleich Null. Whiteout oberhalb der Baumgrenze. Daher verzichten wir heute auf einen weiteren Gipfel und beschließen uns unterhalb der Baumgrenze, diese liegt hier bei ca. 2100 m, aufzuhalten.

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Im hüfthohen Powder suchen wir uns immer neue „rides“ zwischen dem lichten Baumbestand. So kommen wir auch heute zu ca. 700 hm Aufstieg. Unseren Plan, am nächsten Tag, bei ca. 60 cm Neuschnee, freeride - Abfahrten mit Liftunterstützung zu genießen, macht der starke Wind zunichte. Die Lifte stehen still als wir am Mittwoch um 8:30 Uhr bei – 5° C und Sonnenschein in unsere Bindungen steigen. Also, schnell die Fälle aufgezogen und ab ins ungesicherte Gelände. Es ergibt sich das gleiche Bild wie am ersten Tag. Über der Baumgrenze windgepresster Schnee, zwischen den Bäumen und in den Rinnen hüfthoher Powder. Leider nur bis Mittag, denn wir haben heute noch einen Ortswechsel ins ca. 160 km entfernte Ohrid vor uns. Dort, an der Seepromenade mit Palmen, erwartet uns das 4 Sterne Hotel Tino und Live Musik zum Dinner. Am Donnerstag ist ein Ruhetag mit Kulturprogramm angesagt. Schließlich wollen wir auch etwas von Land und Leuten erfahren, wenn wir uns schon ins 1700 km entfernte Balkangebirge aufgemacht haben. Wir besuchen die Rekonstruktion eines vorchristlichen Pfahldorfes, das mazedonisch orthodoxe Kloster Naum und römische Ausgrabungen in Ohrid. Am Freitag um 8:00 Uhr bringt uns Niki, unser Busfahrer, wieder in die Berge. Die Bewohner des Dorfes Vevcani sehen uns verwundert an, wie wir da am Dorfplatz unsere Ausrüstung ausladen und zu dem 2231 m hohen Mt. Strizak starten. Heute, zur Abwechslung, wieder bei Sonne und Pulverschnee über unverspurte Hänge, auf denen vor uns sicher noch keiner mit Skiern heruntergefahren ist. 1305 m Aufstieg und Pulverschneeabfahrt, teilweise zwischen eng stehenden Buchen, liegen hinter uns als wir gegen 16:00 Uhr zum Mittagessen, vor offenem Kaminfeuer, in einem Berggasthaus einkehren. Samstag: der letzte Skitag liegt vor uns. Heute wollen wir auf den 2600 m hohen Mount Pelister. Doch wir haben ein Zeitproblem. Nach unserer Tour müssen wir heute noch von der griechischen Grenze in die Hauptstadt Skopje, von wo morgen um 11:00 Uhr unser Flieger nach Nürnberg abfliegt. Kurzerhand besorgt uns unser Guide Tom einen Pistenbully mit dem wir uns ca. 12 km Anmarsch sparen. Auf dem Gipfel mit einer Wetterstation haben wir uns mit vier mazedonischen Alpinisten, u.a. dem Sohn des einzigen mazedonischen Everest Besteigers, verabredet. Zusammen mit unseren neuen Bergfreunden genießen wir die Fernsicht weit nach Albanien und Griechenland hinein. Die acht tollen Tage haben uns einen kleinen Einblick in ein fernes exotisches Gebirge und 5 neue Bergfreunde beschert. Alle Teilnehmer waren sich beim gemeinsamen Abschiedsessen einig. WIR KOMMEN WIEDER.
 

Für Interessierte: im Herbst gibt es im Kletterzentrum einen Vortrag von dieser Tour.

 

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