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Allgäuer Hufeisen

22.06.-24.06.2018

Teilnehmer: Göthner Jörg und Hofmann Joachim

Das Programm für diese 3 Tage ist schon sehr ehrgeizig. Die etwas abenteuerliche Umfahrung einer Straßensperre nach Hinterstein ist hier das geringste Problem. Dauerparker müssen im Gegensatz zu Tagesausflüglern schon 1 km früher das Auto abstellen. Sei es drum. Das Wetter ist gut, allerdings herrschen frische Temperaturen. Erste 1000 Höhenmeter sind am Gipfel des 1887 m hohen Breitenberg absolviert. Hier beginnt die Grat Route „Hohe Gänge“. Ein Zwischenzacken – durch eine Leiter entschärft – ist erste Station am Weg zur 2008 m hohen Heubatspitze. Über die tiefer liegende Schneid, 1938 m, führt der Pfad jetzt steil hinauf zum Kleinen Daumen 2197 m. Anfangs leichte Kletterei wechselt in Geh-Gelände am Weiterweg zum Großen Daumen, 2280 m. Es ist kalt. Nun wandern die Bergsteiger hinunter zum Laufbichler See und auf das so genannte Koblat. Der Steig zieht endlos durch hügeliges Gelände, vorbei am Koblat See, in Richtung Edmund Probst Haus. Gut 1700 hm und 9 Stunden Gehzeit stecken in den müden Knochen der Tour Geher am Ziel. Erst mal ein süffiges Weizen trinken und ausruhen ist jetzt angesagt. Die Hütte ist lobenswert hinsichtlich Einrichtung und Personal. Früh morgens herrschen schattige 0 Grad beim Aufbruch. Einmal mehr kommt die üppige Blumenpracht der Allgäuer Alpen zum Vorschein. Und wie am Vortag bietet sich eine Fernsicht vom Feinsten. Der Ausguck am Laufbacher Eck, 2178 m, ist erster Höhepunkt des Tages. Dann gehen mit dem Abstieg zum Punkt 1853 m viele Höhenmeter „verloren“, die beim Wiederanstieg zum Himmelecksattel – 2008 m - neu zu gewinnen sind. Hier kreuzt der vom Luitpold Haus kommende Jubiläumsweg und führt weiter zur Kemptener Hütte. Wir haben anderes vor: Hinauf zum Großen Wilder 2379 m und weiter über den Wilden Grat zum Prinz Luitpold Haus. Im phasenweise sehr steilen Gelände, gewürzt mit Kletterei I bis II; eine Stelle III, gelingt die recht anspruchsvolle Besteigung. zu 08 9 OG Stdtedreieck 1

Am Gipfel können die Beiden die „Hohen Gänge“, Kleinen und Großen Daumen, sowie den Hindelanger Klettersteig von ihrer Schauseite betrachten. Das Abklettern vom Großen Wilder zum Erreichen des zunächst harmlosen Grats gestaltet sich einfach. Schon bald wird die Scheitel Linie seinem Namen „Wilder Grat“ gerecht und zeigt sein wahres Gesicht. Joachim und Jörg müssen ihr ganzes bergsteigerisches Können aufbieten, um die Anforderungen zu schaffen. Zahlreiche Grat-Zacken sind luftig zu übersteigen oder in der Flanke zu passieren. Immer wieder ist der III. Schwierigkeitsgrad zu meistern. Kein Hinweis erleichtert die Suche nach der günstigsten Passage. Manchmal geht es nicht weiter und als Ausweg muss eine tritt-arme Steilrinne hochgeklettert werden. Oder die Beiden zwängen sich durch die Randkluft eines extrem steilen Schneefeldes. Aus dieser können sich Jörg und Joachim nur mit Tritten – geschlagen in die 2,30 m hohe Schneemauer – befreien. Im Stemmschritt zwischen Schnee und Fels gelingt der Ausweg aus der Sackgasse. Pausen gibt es nur kurz. Nach der Besteigung des 2241 m hohen Vorderer Wilder sind weitere Grat-Zacken zu bezwingen. In Sichtweite des 2287 m hohen Kreuzkopf erleichtert Geh-Gelände den Aufstieg. Ein letzter Gipfel, der 2289 m hohe Weittalkopf, steht noch bevor. Natürlich dazwischen wieder Felskletterei. Jetzt ist Gelegenheit zur Rückschau auf die sehr lange und schwierige Route.

zu 08 9 OG Stdtedreieck 2 In der Flanke des finalen Gipfels kann relativ einfach zu einem Bergpfad abgestiegen werden. Nach gut 10 Stunden – wieder um 18.15 Uhr wie am Vortag – ist die Hütte erreicht. Ausruhen, Essen und das wohlverdiente Weizen genießen. Rechtschaffen müde sinken Jörg und Joachim in ihre Schlafstätten. Abmarsch am letzten Tag um 7.00 Uhr früh. Heute ist technisch einfaches Wandern angesagt. Gleichwohl sind viele Kilometer im Auf und Ab zu gehen, bis der wunderschön gelegene Schrecksee erreicht ist. Sonne, Aussicht, Blumenwiesen – das Allgäu zeigt sich von seiner schönsten Seite. An der hinteren Schafwanne weicht der Jubiläumsweg dem 2240 m hohen Rauhhorn aus. Joachim und Jörg lassen sich die luftige Kletterei auf vorgenannten Gipfel nicht nehmen. Oben können sie nochmals die tolle Aussicht genießen. 800 Meter tiefer wartet die Willersalpe mit Dunkelbier und Suppe auf die müden Wanderer. In Hinterstein endet nach knapp 9 Stunden Gehzeit die Allgäuer Runde.

Konditionell und bergsteigerisch anspruchsvoll; gleichwohl wunderschön. Die Tour wird Beiden lange in Erinnerung bleiben und sie treten entspannt die Heimreise an.

Berg Heil

Hofmann Joachim

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