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08 5 Zedernhaus

Skitoren im Salzburger Land vom 20. bis 24. Februar 2019 mit Carsten Hahn

 

„Zederhaus liegt auf 1215 m Seehöhe und hat allerweil scho 1200 Einwohner“, erfuhren wir bei unserer Skitour im Februar von einem Mitglied des regen Stammtisches im Kirchenwirt. Der Kirchenwirt, das ist Klaus Gruber – stattlich geprüfter Berg- und Skiführer, geduldiger Schulbusfahrer, freundlicher Gastwirt und hervorragender Koch in einer Person. Bei der Suche nach Orten „wo schon was geht“, wurde man schnell im Lungauer Zederhaustal fündig. Meteorologisch begünstigt durch die Lage unmittelbar am Alpenhauptkamm –Niederschläge von Norden schwappen über den Hauptkamm drüber; Schneewolken vom Süden stauen sich in den Bergen und die hohe Lage von 1200 Metern „geht in Zederhaus (fast) immer was“ (Thomas Neuhold). Die Saison dauert leicht sechs Monate. So fanden wir mit unsererGruppe und dem versierten Führer Carsten jeden Tag ein passendes Ziel: Wir starteten am ersten Tag zu einer leichte Eingehtour auf die Gebreinspitze. Dabei wanderten wir den ganzen Kessel ab und konnten sogar eine „Differenzierung“ in Gruppe A und Gruppe A1 durchführen. Unser Führer stand vor der großen Aufgabe, die übermütigen Marathonläufer mit den gehandicapten Fußkranken unter einen Hut zu bringen. Schon am ersten Tag gab es Ausfälle aufgrund von blutigen Blasen zu verzeichnen. Verwundete wurde jedoch nicht zurückgelassen, sondern vorbildlich von den Kameraden betreut, von schweren Rucksäcken befreit und mit Heftpflaster und belebenden Heißgetränken versorgt. Am 2. Tag stapfte die reduzierte Truppe bei Schneeregen tapfer zur Rothewänderalm, um dort Nachhilfe in Sachen Kickkehre zu erfahren. Das war auch bitter nötig und zahlte sich direkt am nächsten Tag bei der fulminanten Besteigung der Felskarspitze, einer der Toptouren der Region, aus. Zuerst musste aber die Hälfte der Truppe von dem Plan, die Königstour anzugehen, überzeugt werden. Beinahe wäre es zum Patt gekommen, bis sich unser Tourenleiter doch noch auf die Seite der Anhänger schlug. Zurecht wie alle erfahren sollten. Aus dem Wald kommend gelangten wir in eindrucksvolle Felszacken der Marke „Dolomiten“ und das anliegende Nordkar „in der Hölle“. Unser Wirt gab uns vorher den beruhigenden Tipp: „Wenn‘s recht schiach rumpelt rechts von eich, do brauchts eich nix dengga, des is bloß a Lahn was im Kar owageht, di duat eich nix!“ Na, Gott sei Dank!! Herrliche Hänge mit Powderabfahrten belohnten uns für den anstrengenden Aufstieg. Sitzend in der Sonne und brotzeitend auf der Rückfahrt – herrlich!! Topbeschäftigung am Nachmittag blieb die Verkostung der hauseigenen Edelbrände in der nahegelegenen Schnapsbrennerei Moser. Ohne Aromen, nur mit 100 % Frucht werden hier edelste Brände hergestellt. An drei Nachmittagen saßen wir dort in veränderten Gruppierungen (einige waren jeden Tag anwesend) und probierten uns tapfer durch das reichhaltige Sortiment hindurch. Wildkirsche, Zirbe, Kartoffel, Stachelbeere, Weichsel – kein Obst oder Gemüse, woraus sich Hochprozentiges herstellen lässt, ist vor Matthias Moser sicher. In der gemütlichen Dachstube, wo das Holzfeuer fröhlich flackerte, saßen wir an den Barhockern und ließen den Nachmittag bei der Verkostung ausklingen. Schnell waren die Tage vorbei. Circa 47 weitere Skigipfel warten noch auf ihre Besteigung durch uns in der nächsten Zeit .....

Bericht und Foto: Andrea Leopold